16.11.2017

E-Control: Mehr als 263.000 Strom- und Gaskunden wechselten ihren Anbieter in den ersten neun Monaten

Höchste Wechselraten seit Liberalisierungsbeginn - Zahl der Anbieterwechsel in den ersten drei Quartalen um 29% gestiegen – Zahlreiche neue Angebote beleben den Strom- und Gasmarkt in Österreich

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Wien (16. November 2017) – Der Wettbewerb am heimischen Strom- und Gasmarkt hat sich in vielen Bereichen positiv entwickelt. Das geht aus dem neuen Marktbericht der Energieregulierungsbehörde E-Control hervor. Die Trends aus dem Jahr 2016 haben sich auch 2017 fortgesetzt. „Die Konsumenten haben heuer in den ersten drei Quartalen im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres um

29 Prozent häufiger ihren Strom- bzw. Gaslieferanten gewechselt, es gibt eine größere Auswahl an Produkten, neue Lieferanten sind in den Markt eingetreten, das Einsparpotenzial beim Wechsel hat sich erhöht und viele Lieferanten haben ihre Preise gesenkt“, sagt E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch. In den ersten neun Monaten des heurigen Jahres haben mehr als 263.000Strom- und Gaskunden ihren Anbieter gewechselt, wie aus der neuen Marktstatistik der E-Control hervorgeht. „Das bedeutet eine klare Steigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 29 Prozent, als knapp 205.000 Kunden ihren Strom- oder Gaslieferanten gewechselt haben. “, betont Urbantschitsch.

Von Jänner bis Ende September haben heuer über 202.000 Stromkunden ihren Anbieter gewechselt, davon mehr als 162.000 Haushalte. Einen neuen Gaslieferanten suchten sich knapp 61.000 Kunden – davon über 56.000 Haushalte. Das entspricht Gesamtwechselraten der Haushalte und Unternehmen in den ersten neun Monaten von 3,3 Prozent bei Strom und 4,5 Prozent bei Gas. Im Vorjahr wechselten in den ersten drei Quartalen über 158.000 Strom- und etwa 46.500 Gaskunden.„Das sind die höchsten Wechselraten seit Liberalisierungsbeginn und ein absoluter Rekord. Bisher wurden im Jahr 2014 die höchsten Werte erzielt, als sich in den ersten neun Monaten 228.800 Strom- und Gaskunden für einen neuen Anbieter entschieden haben.“, freut sich Urbantschitsch.

Oberösterreicher wechselten Strom- und Gaslieferanten am häufigsten

Am häufigsten wechselten ihren Strom- und Gaslieferanten heuer in den ersten drei Quartalen im Verhältnis zur Kundenanzahl die Oberösterreicher mit Wechselraten von 4,8 Prozent bei Strom und 6,9 Prozent bei Gas (insgesamt knapp 59.000 Wechsler). Auf Platz zwei folgten die Kärntner mit 4,0 Prozent Wechselrate bei Strom und 5,5 Prozent bei Gas (rund 16.400 Strom- und Gaswechsler). Rang drei erreichten die steirischen Strom- und Gaskunden mit rund 35.600 Wechslern und Wechselraten von 3,4 Prozent bei Strom uns 4,9 Prozent bei Gas. Am seltensten wechselten die Vorarlberger ihre Strom- oder Gasanbieter, dort lagen die Wechselraten bei 1,2 Prozent bei Strom und 1,5 Prozent bei Gas. In absoluten Zahlen am häufigsten wechselten die Wiener ihre Lieferanten für Strom und Gas (rund 88.000), die Wechselraten lagen in Wien bei 3,9 Prozent (Strom) und

4,4 Prozent (Gas).

Ein neuer Stromlieferant und ein neuer Gaslieferant im Jahr 2017

Insgesamt sind 152 Stromlieferanten am Strommarkt zu finden, die 4 Millionen Haushalte und über 600.000 Gewerbebetriebe und Industriekunden beliefern.

Insgesamt 42 Gaslieferanten, die Hälfte davon sind Alternativen zu den angestammten, lokalen Anbietern, beliefern 1,3 Millionen Haushalte und knapp 80.000 Nicht-Haushalte in Österreich mit Gas. Im Jahr 2016 sind neun neue Stromlieferanten und auch neun neue Gaslieferanten dazugekommen. 2017 hat Gaslieferant goldgas mit Stromlieferungen der Haushalte begonnen und envitra, davor bereits als Stromlieferant tätig, mit Gaslieferungen. Energie Graz hat ihr Gasliefergebiet auf das ganze Marktgebiet Ost ausgeweitet und switch und ökostrom AG auf Tirol und Vorarlberg, sodass sie seit heuer in ganz Österreich am Gasmarkt vertreten sind.

Zahlreiche neue Produkte beleben den Markt

In den vergangenen Jahren sind nicht nur mehr Anbieter am heimischen Strom- und Gasmarkt aktiv geworden, sondern auch immer mehr Produkte auf den Markt gekommen. „Wir sehen auch dadurch eine deutliche Belebung des Wettbewerbs.“, so die Bilanz von Wolfgang Urbantschitsch. Die Produkte unterscheiden sich durch Einführung der unterschiedlichsten Merkmale wie Online- und Offline-Produkte, integrierte und nicht integrierte Rechnungslegung, Bindungsfristen, Zertifizierung des Stroms aus erneuerbaren Energie bis zu speziellen Dienstleistungsangeboten wie Energieberatungen, Installation und Förderung von PV-Analgen, spezielle Vergünstigungen für Wärmepumpenbetreibern, Versicherung und dergleichen mehr. Auch Kooperationen mit anderen Branchen, wie z.B. dem Mobilfunkbereich wurden angekündigt bzw.  gestartet. „Man sieht also, der Markt ist deutlich in Bewegung gekommen, Transparenz wird umso wichtiger. Deshalb freut es uns, dass der neue Tarifkalkulator, der alle diese Dinge auch abbilden kann, von den Konsumenten sehr gut angenommen wird. Bereits in der ersten Woche nach der Präsentation des neuen Tarifkalkulators am 20. Oktober nutzten diesen rund 20.000 Interessierte. Das sind mehr als dreimal so viele, wie in einer durchschnittlichen Herbstwoche des Vorjahres.“, freut sich Urbantschitsch.

Immer mehr digitale Services für Strom- und Gaskunden

Die Digitalisierung ist in der Kundenkommunikation der Energiewirtschaft weiter fortgeschritten. „Es werden immer mehr digitale Services für die Kunden angeboten“, sagt E-Control Vorstand Andreas Eigenbauer. Neben den Onlineaktivitäten ist aber auch ein Anstieg der Haustürgeschäfte, dem Direktvertrieb, zu beobachten gewesen.

Österreichische Gesamtkosten für Strom in EU im oberen Mittelfeld

Bei den Gesamtkosten für Strom (Energie, Netzkosten, Steuern und Abgaben) für Haushaltskunden lag Österreich in der zweiten Jahreshälfte 2016 (in der ersten Jahreshälfte 2017 ergab sich keine Änderung) im EU-Vergleich im oberen Mittelfeld, auf dem achten Platz. „Teurer war Strom unter anderem in Dänemark, Deutschland, Belgien, Italien, Irland, Portugal und Spanien, günstiger beispielsweise in Schweden, Großbritannien und Frankreich.“, erläutert Andreas Eigenbauer. Die niedrigsten Stromkosten hatten Kunden in Bulgarien (9,38 Cent pro Kilowattstunde), fast das Dreifache zahlten dagegen Haushalte in Dänemark (30,84 Cent pro Kilowattstunde). Nach Kaufkraftstandards liegt Österreich allerdings auf der neunt-günstigsten Position.

Österreich bei Gesamtkosten für Gas auf neunten Platz im EU-Vergleich

Vergleicht man die Gesamtpreise der Haushaltskunden für Gas im zweiten Halbjahr 2016, lag Österreich am neuntteuersten Platz. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind die Gesamtkosten für Gas je nach Verbrauchsmenge um ca. 5,2 Prozentpunkte von 7,11 Cent pro Kilowattstunde auf 6,74 Cent gesunken. „Kunden in Österreich zahlten mehr als beispielsweise Kunden in Schweden, Spanien, den Niederlanden oder Frankreich, aber weniger als in Deutschland – die Platz 10 belegen -, Tschechien oder Belgien.“, so Eigenbauer. Die niedrigsten Gaskosten haben Kunden in Bulgarien (3,11 Cent pro Kilowattstunde), mehr als das Dreifache zahlen dagegen Haushalte in Schweden (11,42 Cent pro Kilowattstunde).

Sparen bei der Energie

Nicht nur der Wechsel des Strom- und Gaslieferanten bringt bares Geld, mit einigen wenigen Verhaltensänderungen können die Energiekosten ebenfalls einfach gesenkt werden. „Durch das Zurückdrehen der Raumtemperatur können pro Grad Celsius rund 6 Prozent Energie eingespart werden. Das entspricht rund 50 Euro pro Grad im Jahr. Wenn die Heizung über einen Thermostaten verfügt, kann man diesen während des Lüftens auf Null stellen. Da beim Lüften kalte Luft ins Zimmer kommt, schaltet der Heizkörper auf eine höhere Stufe, um das Absinken der Temperatur zu verhindern. Das erhöht den Energiebedarf unnötig.“, appelliert Eigenbauer abschließend für mehr Energiebewusstsein. 

Neuer Marktbericht: https://www.e-control.at/publikationen/marktberichte

Audiostatements von dem Pressegespräch demnächst abrufbar auf www.o-ton.at

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